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Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz traten am 1. Januar 2016 neue Regeln zur Versorgung pflege- und hilfsbedürftiger Menschen in Kraft.

 

 

Die Pflegeversicherung - Baustein für mehr Lebensqualität

Jeder Mensch -ob jung oder alt- kann plötzlich zum Pflegefall werden, beispielsweise als Folge eines Unfalls oder Schlaganfalls. Jährlich werden etwa zwei Millionen Menschen pflegebedürftig. Um die Betroffenen und ihre Familien in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, wurde zum 1.1.1995 die im Sozialgesetzbuch XI geregelte gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag dafür, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die mit der Pflegebedürftigkeit zusammenhängenden finanziellen Belastungen tragen können.

Verbesserte Leistungen für Demenzkranke

Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2015 können Menschen mit Demenz im Sinne von § 45a SGB XI höhere Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.

Die momentanen Leistungen in der Pflegeversicherung staffeln sich wie folgt:

 

PflegegeldSachleistungenTagespflegevollstationäre Pflege
Pflegestufe 0+*123 €231 €231 €(231 €)
Pflegestufe I244 €468 €468 €1064 €
Pflegestufe 1+*316 €689 €689 €1064 €
Pflegestufe II458 €1144 €1144 €1330 €
Pflegestufe II+*545 €1298 €1298 €1330 €
Pflegestufe III728 €1612 €1612 €1612 €

* im Sinne von § 45a SGB XI

 

Weitere Leistungen

 

Pflegehilfsmittel zum Verbrauchmtl. 40
Ersatzpflege bei Verhinderung der Pflegeperson (1)jährl. 1612
Kurzzeitpflege1612
Wohnumfeldverbessernde Maßnahmeneinmlg. 4000 €
Wohngruppenzuschlagmtl. 205 €

zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

- Grundbetrag -

mtl. 104 €

zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

- Gerhöhter Betrag -
mtl. 208 €

 

 (1) Ist die ehrenamtliche Pflegeperson durch Urlaub oder Krankheit verhindert, kann für bis zu 6 Wochen je Kalenderjahr und bis zu einem Betrag von 1.612 € eine Pflegevertretung in Anspruch genommen werden. Außerdem kann zusätzlich 50% der Leistung für Kurzzeitpflege (806 Euro)  für Verhinderungspflege ausgegeben werden.
Vollstationäre Pflege

Pflegezeitgesetz

Müssen Angehörige in einer Akutsituation Pflege organisieren oder sicherstellen, haben sie Anspruch auf 10 Tage unbezahlten Sonderurlaub.

Wer einen nahen Angehörigen zuhause pflegt und in einem Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten arbeitet, hat ab dem 1. Juli 2008 einen Anspruch auf Pflegezeit. Sie sind vom Arbeitgeber nach eigenem Wunsch und durch konkrete Planung der Pflegezeit voll oder teilweise freizustellen (§ 3 PflegeZG).

Er kann sich für die Dauer von bis zu 6 Monaten von der Arbeit freistellen lassen - allerdings bekommt er für diesen Zeitraum kein Gehalt.